Archäologisches Lexikon    

      [zurück zum Lexikon

      [zurück zu den Ausgrabungen]

Grabhügel und Hügelgräber


Grab 2 des Hügelgräberfeldes von Thurnau-Berndorf.         Frühe Eisenzeit (Hallstattzeit: 750 bis 450 v. Chr.), Ausgrabungen von 1971 bis1977.

Hügel 2 des Friedhofs von Thurnau-Berndorf 1971
Vorne ist der Rest des Steinkreises zu erkennen, in der Mitte die
Grabkammer (helle Steine). Frühe Eisenzeit: 750 bis 450 v. Chr.), 

 

Nachbau des Hügelgrabes 7 von Tannfeld, Markt Thurnau:
Blick in die hölzerne Grabkammer mit Gefäßsatz im Museum

Letzte Ruhestätte im Hügelgrab
Bestattungen in Grabhügeln gibt es bei uns schon seit der ausgehenden Steinzeit (Hockergräber von Neudorf bei  Kasendorf, Kümmersreuth, Lkr. Lichtenfels). Den mittleren Abschnitt der Bronzezeit (2200 bis 1200 v. Chr.) bezeichnet man sogar als 'Hügelgräberbronzezeit'.

Aus der frühen Eisenzeit (Hallstattzeit: 750 bis 450 v. Chr.)  ist im Kulmbacher Land eine größere Zahl von Grabhügelfeldern bekannt, so etwa bei Berndorf, Görau, Kasendorf, Lanzendorf oder Tannfeld. Die Toten hatte man meist zumeist verbrannt (Brandbestattung), später auch als Leichen beigesetzt (Körperbestattung). Gelegentlich finden sich über Brandbestattungen Körperbestattungen als Nachbestattungen. Hierbei kann man wohl auf verwandtschaftliche Beziehungen schließen.

Mannigfach gefährdet 
Durch intensive landwirtschaftliche Nutzung wurden die meisten Hügelgräber eingeebnet. Nur in Stockwaldungen haben sich einige Grabhügelfelder erhalten. Auch wurden zahlreiche Hügelgräber bereits im letzten oder vorletzten Jahrhundert ausgeplündert.  

 
[zurück zum Lexikon]          [zurück zu den Ausgrabungen]

=> Weitere Infos zu Hügelgrab / Grabhügel    [Wikipedia]

 => Plan des Gräberfeldes von Tannfeld 

=> Wieder aufgeschütteter Grabhügel von Hochdorf an der Enz 

 

  

     Grabhügel mit Steinkreis und Grabkammer
     
Rekonstruktionszeichnung von E. Voss aus B.-U. Abels, 
     Die Kelten in Oberfranken. In: Archiv für Geschichte 
     von Oberfranken, Band 73, S. 62. Bayreuth 1993

 

 Gefäßsatz aus Grab 16 von Berndorf, Markt Thurnau
 Von links: zerscherbte Kegelhalsgefäße, Schalen und Schüsseln

=> Teil des Gefäßsatzes restauriert

 

Bereits vor über 100 Jahren war der damals noch bestehende Hügel 'angetrichert' worden. Hierbei wurden die Skelette im Brust- und Kopfbereich total verwühlt.

Tannfeld 1976: Gestörtes Doppelgrab

Bereits vor über 100 Jahren war der damals noch bestehende 
Hügel 'angetrichert' worden. Hierbei wurden die Skelette im 
Brust- und Kopfbereich total verwühlt. Unter den schützenden Steinen links der Skelette aber auch noch rechts davon war ein Teil des 
Gefäßsatzes der Zerstörung durch den früheren Suchtrichter
entgangen. Am rechten Rand der Kammer ist ein Gefäß mit inkrustierten Verzierungen
zu erkennen. => restauriertes Gefäß

=> Plan des Gräberfeldes von Tannfeld 


    [nach oben]         [home]                                                                           Dieter Schmudlach - 23.11.2003/9.01.2007