Außergewöhnliche Zeugnisse der späten
Jungsteinzeit vom Motzenstein bei Wattendorf


11. Ausblick  [Timo Seregély]

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"Die archäologischen Ausgrabungen am Motzenstein bei Wattendorf trugen in hohem Maße der Bereicherung des Kenntnisstandes zur späten Jungsteinzeit in Oberfranken Rechnung. Durch besondere Befundsituationen, wie z.B. Mahlsteinsetzung oder Dolomitpflaster und außergewöhnliche Fundgruppen wie Miniaturäxte oder Radmodelle ist der Fundort auch überregional von hoher Bedeutung. Mittels enger Zusammenarbeit mit anderen, insbesondere naturwissenschaftlichen Fächern kann dabei in Ausschnitten die Lebenswelt, Ökonomie und Ökologie einer archäologischen Kultur rekonstruiert werden, die bislang in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes nur durch ihren Bestattungsritus bekannt ist.

Für das Jahr 2005 sicherte die Oberfrankenstiftung eine weitere Förderung des Forschungsprojektes zu. Neben der Ermöglichung dieser Ausstellung und dem Begleitheft sind für Sommer und Herbst weitere Grabungen am Motzenstein geplant. Dabei steht zum einen die offene Frage nach der Siedlungsstruktur bzw. Hausbauweise im Vordergrund. Zum anderen soll die Datierung und Funktion des sich südwestlich anschließenden Grabenwerks mit darin eingeschlossenen Befunden geklärt werden. Möglicherweise könnten dabei auch Bestattungen erfasst werden, welche durchaus in der direkten Umgebung der Siedlung zu vermuten sind.

Weiterhin wird die Durchführung einer Pollenanalyse angestrebt, welche Hinweise auf das Landschaftsbild zu ur- und frühgeschichtlicher Zeit liefern könnte. Problematisch ist diesbezüglich die Festlegung eines geeigneten Standorts in unmittelbarer Nähe, da Feuchtareale, z.B. vermoorte oder versumpfte Stellen, auf der Jurahochfläche äußerst selten sind.


Letztendlich soll der Motzenstein mit Umgebung in einem dreidimensionalen Geländemodell dargestellt werden, welches eine bessere Visualisierung der Landschaft mit bestimmten Rohstoffvorkommen ermöglicht.

Auch für zukünftige Forschungsarbeit bietet sich jede Menge Potential. So gibt es einige weitere Fundplätze mit ähnlicher Topographie, die mit Hilfe geomagnetischer Prospektion und möglicher Befunderhaltung schnell und gezielt sondiert werden könnten. Da sich alle diese Orte fast ausschließlich unter Wald befinden, werden sie wohl auch in den nächsten Jahrzehnten nicht durch Grabungen der Landesarchäologie erfasst. Nur universitäre Forschungen, welche durch Stiftungen oder andere Drittmittel finanziert werden, können in diesem Fall die vielen offenen Fragen zur Besiedlung Oberfrankens am Ende der Jungsteinzeit beantworten."
[T. Seregély in AXT & RAD, 37 ff]

Quelle:
 
T. Seregély u. a., Axt & Rad en miniature, Aussergewöhnliche Zeugnisse der Jungsteinzeit vom Motzenstein bei Wattendorf (Begleitheft zur Sonderausstellung im Fränkische Schweiz-Museum Tüchersfeld vom 18.03. bis 29.05.2005), Tüchersfeld 2005.

 

Abb. 6: Ansicht des Motzensteins bei Wattendorf von Süden 

 

 

 

 

      

Abb. 48: Wattendorf-„Motzenstein" (Lkr. Bamberg): 
restaurierter Kumpf der jüngsten Linienbandkeramik
aus Schnitt 8 (Felsloch).

 

=> Die Grabungen am Motzenstein bei Wattendorf, BA 
      [Vorbericht der Uni Bamberg: Internetseite] 

 

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