Alter Friedhof unter der
Kirche
Unmittelbar über dem anstehenden Boden wurden mehrere Bestattungen
angetroffen, die zu einem bereits vorher festgestellten
frühmittelalterlichen Friedhofsbereich gehörten.
Trotz der Störungen durch die
darüberliegenden Fundamente des wohl frühesten Kirchengebäudes fanden
sich noch zur Datierung aufschlussreiche Gegenstände. Dabei handelte es
sich um eiserne Messer, Resten eines Sporen mit Sporn (in Grab 16) und
Trachtbestandteile.
Silberne Schläfenringe
Aus Grab 20 stammt ein Paar mit 6,7 cm Durchmesser recht großer,
sehr massiver silberner Schläfenringe
mit offenen Enden und S-Schleife (auf der Abb. Nr 1). Grab 21 war mit zwei
Ringpaaren noch reicher ausgestattet. So trug die Tote neben einem Paar
kleinerer Schläfenringe mit Hakenverschluss ein Paar silberner
Knöpfchenohrringe (Nr. 3). Auch wurde eine stark zerdrückte Blechbeere
aus Silberblech aufgefunden, welche durch kleine goldene Buckel verziert
war (Nr. 4).
Aufgrund ähnlicher Funde kann
man davon ausgehen, dass die Ringe wohl zu einem Kopfschmuck
gehörten, den man sich als Band oder eine Haube vorstellen kann.
Quellen
Ausgrabungen und Funde in Oberfranken 3, 1981-1982, S. 21 f und Abb. 37
auf S. 67 (Lit. 3)
Oberfranken
in vor- und frühgeschichtlicher Zeit (Lit. 1)
R. Zittlau u.a., Die Ausgrabung im Chor der Pfarrkirche von Altenkunstadt.
In Geschichte am Obermain Band 15, Jahrbuch 1985/86, S. 105 ff.
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Frühe Gräber in der Kirche (Plan: LfD)
Zittlau u.a., Die Ausgrabung im Chor der
Pfarrkirche von Altenkunstadt, S. 107 Abb. 2
Zittlau u.a., Die Ausgrabung im Chor der
Pfarrkirche von Altenkunstadt, S. 109, Abb.3
Silberne Schläfenringe aus
frühmittelalterlichen Gräbern
[Oberfranken in vor- und
frühgeschichtlicher Zeit, S. 158]
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